Epic Games macht ernst. Der Spiele-Gigant reichte am 5. März 2026 Klage gegen einen ehemaligen freien Mitarbeiter ein, der unter dem Pseudonym „AdiraFN“ monatelang interne Geheimnisse verriet. Während die Community über kommende Skins jubelte, bereitete Epic im Hintergrund den juristischen Gegenschlag vor. Der Grund für den Vertrauensbruch klingt fast banal: Der Beschuldigte suchte laut Gerichtsdokumenten schlichtweg nach „Social Media Clout“ – also digitalem Ruhm.
Der Insider im Fadenkreuz
Bei dem Beklagten handelt es sich um Hayden Cohen. Er arbeitete über eine externe Personalagentur als Associate Producer an verschiedenen Epic-Projekten. Obwohl er am 11. September 2025 eine strikte Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) unterzeichnete, nutzte er seinen Zugang zu internen Systemen offenbar für eine zweigleisige Karriere.
Auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) und Discord fütterte er als „AdiraFN“ und „AdiraFNInfo“ über 13.000 Follower mit brisanten Informationen. Im Gegensatz zu bekannten Dataminern wie Shiina oder HYPEX, die lediglich öffentliche Spieldaten auslesen, saß Cohen direkt an der Quelle. Epic betont in der Klageschrift, dass diese Leaks ohne internen Zugriff technisch unmöglich gewesen wären.
Diese Megadeals hat er verraten
Die Liste der geleakten Kooperationen liest sich wie ein „Who is Who“ der Popkultur. Cohen soll Details zu über einem Dutzend unangekündigter Crossover verbreitet haben:
- South Park: Er veröffentlichte kosmetische Details zwei Tage vor dem Start.
- Solo Leveling: Die Zusammenarbeit verriet er bereits einen Monat vor der offiziellen Enthüllung.
- Zukünftige Projekte: Auch Informationen zu geplanten (und teils noch unangekündigten) Inhalten wie Kingdom Hearts, Ben 10, Game of Thrones und sogar Minecraft landeten vorab im Netz.
Epic Games zieht die Reißleine
Für Epic Games ist der Fall kein Kavaliersdelikt. Das Unternehmen wirft Cohen den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen, Vertragsbruch und unlauteren Wettbewerb vor. Die Klage, die beim Bundesgericht in North Carolina eingereicht wurde, zielt auf einen permanenten Unterlassungsanspruch sowie erheblichen Schadensersatz ab.
Epic argumentiert, dass solche Leaks die Marketingstrategien massiv stören und das Vertrauen der Kooperationspartner untergraben. Besonders pikant: Epic schickte Cohen bereits am 20. Februar 2026 eine Unterlassungserklärung, der er jedoch nicht vollständig nachkam. Nun fordert der Publisher die Rückgabe aller vertraulichen Materialien und eine finanzielle Entschädigung, die für den Ex-Mitarbeiter existenzbedrohend sein könnte.
Fazit: Das Ende der Insider-Leaks?
Dieser Fall markiert einen Wendepunkt. Während Epic Dataminer oft toleriert, zeigt die Klage gegen Cohen eine klare Null-Toleranz-Grenze bei Insidern. Der Fall sendet eine deutliche Warnung an alle Angestellten und Partner: Die Jagd nach Followern und Klicks rechtfertigt keinen Vertragsbruch. In der Fortnite-Community sorgt der Fall für gespaltene Lager – die Neugier auf neue Skins bleibt groß, doch der Preis für diese Informationen ist nun für alle sichtbar geworden.






